Indymedia-Beitrag über Legida-Gegenprotest-Bündnisse

Normalerweise sind Postings wie diese hier nicht mein Ding, aber das, was ich auf linksunten.indymedia.org heute las, das macht mich richtiggehend wütend und es ist wie der sprichwörtliche Schlag ins Gesicht. Nicht nur in meines, sondern in das all derer, die sich seit nunmehr eineinhalb Jahren aktiv gegen Legida, Pegida, AfD, OfD usw. und damit für einen menschenwürdigen Umgang mit Geflüchteten einsetzen.

In dem Beitrag beschreibt eine Rosa, das die Gegenprotest-Bündnisse Leipzig nimmt Platz und NoLegida ja nur von SPD und Grünen dominiert seien und man diesen Leuten die Überzeugung abspricht, sich überhaupt *für* Geflüchtete einzusetzen. Kurz zur Klarstellung. Ich bin selbst SPD-Mitglied, aber das spielt eigentlich keine Rolle, weil es meine tiefste Überzeugung ist, das das was Legida vertritt gegen all das steht, für das wir uns als offene Gesellschaft einsetzen sollten. Menschenwürdigen Umgang miteinander, Nächstenliebe, Recht auf Asyl usw. usf. Und mit dieser Überzeugung bin ich sicher nicht alleine. Und nein, Parteipolitik war und ist eigentlich nie Thema auf den Gegendemos gewesen. Das natürlich auch Parteipolitiker auf den Demos Reden halten und hielten ist doch nicht verwerflich. Würden sie sich nicht auf den Gegendemos engagieren, dann wäre genau dies ihnen zum Vorwurf gemacht worden.

Ich frage mich, woher sich die anonyme (!) Schreiberin das Recht nimmt, das Engagement all derer abzuwerten, die Woche für Woche bei Wind und Wetter, bei Regen, Schnee und Sonnenschein aktiv sind, und auch noch neben dem normalen Berufsleben und den ganzen Gegendemos Zeit finden, sich in praktischer Flüchtlingshilfe einzubringen. Und das oftmals bis zur physischen und psychischen Belastungsgrenze und darüber hinaus. Alleine von rumtheoretisieren und vom Bessere-Welt-träumen ist keinem Geflüchteten geholfen.

Sorry, falls ich euch mit dem Posting auf die Ketten gegangen bin, aber das musste mal geschrieben werden.

Kommentare ( 31 )

  1. Georg

    Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Post auf Indymedia wäre aber schon interessant gewesen. Mir stößt die Pauschalisierung von Mitgliedern der Grünen und SPD auch etwas auf, aber am inhaltlichen Vorwurf der Asylrechtsverwässerung bis hin zum Abbau ist doch nicht nur auf Bundesebene was dran. Und diesen Vorwurf muss mensch sich gefallen lassen, egal ob über konkrete Entscheidungen überhaupt mit entschieden werden kann oder nicht. Die zeitintensive Arbeit, die bei LnP investiert wird kann nicht hoch genug geschätzt werden. Trotzdem muss eine kritische Betrachtung des Demogeschehens und der Netzwerkarbeit Ausgangspunkt sein für wirksamere Aktionen. Und dafür gibt der Artikel eine gute Basis her. Im Übrigen: Es kann immer sehr gute Gründe für "anonyme" Meinungsäußerungen geben. Die müssen nicht jedes Mal erklärt werden. Damit wird sowohl LnP als auch die ebenfalls stark kritisierte "radikale Linke" fertig.

  2. feltel

    @Georg: Danke für den Input. Gegen Kritik hat sicher niemand etwas, solange sie fair, zielführend und konstruktiv ist. Leider ist der Indymedia-Artikel in meinen Augen genau dies nicht. Als Fazit bleibt eigentlich nur, das LnP es nicht ernst meine und nur ein Instrument anderer sei, man es selbst jedoch auch nicht fertig bringe, etwas auf die Beine zu stellen. Was die Asylrechtsverschärfungen angeht. Ja, da sind wir dagegen und das wurde auch oft genug artikuliert. Das das "unsere" Parteien dennoch machen, bleibt nicht ohne unsere Kritik. Glaubs mir. Es ändert außerdem nichts an unserem Engagement gegen Legida & Co. Den Hinweis zur sachlichen Auseinandersetzung nehme ich mir fürs nächste mal zu Herzen.

  3. keiner

    @Georg: Wo genau ist der Artikel konstruktiv, so dass man sich irgendwas daraus nehmen kann? Klar ist die Kritik richtig, die meint, dass die Linke-Szene ihren Arsch nicht hochbekommt. Aber einen Alleinstellungsanspruch zu suggerieren ist in höchster Form anmaßend. Wo ist eigentlich die Solidarität und alle Mittel sind okay?

  4. porki

    Natürlich freuen wir uns tierisch, daß selbst den eigenen Leuten diese unsäglichen Anbiederungsversuche ins Auge stechen. Wolff und Kasek als Selbstdarsteller, Stolpersteinputzer und Preisabräumer :D

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