CM13-Update – „Setup Assistant stopped working“

Ich hab eben mal aus Spieltrieb mein Moto G XT1033 auf CyanogenMod 13 geflasht. Eigentlich sollte der „Dirty Flash“ von CM12.1 auf CM13 problemlos laufen, aber irgendwie bin ich nach dem Flashen der Firmware und auch der passenden Google Apps auf einen nervigen Fehler „Setup Assistant stopped working“ gestoßen, dessen Dialogbox trotz Bestätigung immer wieder aufpoppte, und so das Telefon quasi unbrauchbar macht.

Nach längerem hin und herprobieren, inklusive Formatieren von /system im TWRP bin ich drauf gestoßen, das besagtem Dienst einfach alle Rechte fehlen. Es ist etwas tricky, aber kurz nach dem Booten des Telefons kann man in die Einstellungen gehen, dort auf Apps, rechts oben auf die drei Punkte, dort auch Systemdienste anzeigen lassen und dann in der Apps-Liste den Setup Assistenten aussuchen. Im Untermenü kann man ihm dann die Rechte auf Kontakte und Telefon geben. Dann ist Ruhe mit der Fehlermeldung, und man kann das Telefon wieder benutzen.

Lediglich die eine oder andere App crasht jetzt noch, und kann mit deinstallieren und neu installieren über den Play Store wieder gangbar gemacht werden. Den „Fehler“ kannte ich aber schon aus anderen Releasewechseln her und er ist recht einfach behebbar.

Das nur als kleine Gedankenstütze, nicht zuletzt für mich selbst.

Bemerkung zum LVZ-Interview mit Andreas Loepki zum 12. Dezember

In der Online-Ausgabe der Leipziger Volkszeitung gab es am 14. Dezember ein Interview mit Andreas Loepki, Polizeisprecher der Polizeidirektion Leipzig.

Hierzu möchte ich als Teilnehmer einer am 12. Dezember angemeldeten Demonstration folgendes anmerken. Auf die Frage des Journalisten

Im ersten Fazit der Polizei am Samstagabend heißt es, die friedlichen Demonstranten hätten sich zu wenig von den Gewalttätern distanziert. Aus Reihen der Gegendemonstranten heißt es aber, sie hätten kaum Möglichkeiten dazu gehabt. Man habe sich (räumlich) gar nicht distanzieren können, ohne den Gegenprotest grundsätzlich zu verlassen, weil nur der schmale Korridor auf der Karl-Liebknecht-Straße verblieben wäre. Wie sehen Sie diese Argumentation?

antwortete Herr Loepki

Wenn Vermummte auftauchen, Steine, Flaschen und Pyrotechnik werfen, dann müssen Menschen, die sich friedlich gegen rechte Hasstiraden versammelt haben, auch ein Zeichen gegen diese Form der Gewalt setzen.

In Anbetracht der Eigengefährdung kann dies aus meiner Sicht wiederum nur durch Verlassen des Ortes und durch verbale Kundgabe der Ablehnung erfolgen. Vor Ort zu bleiben, kommt leider einer stillschweigenden Duldung gleich, diskreditiert die Absicht, Gewalt abzulehnen, und geht mit dem Risiko einher, von polizeilichen Zwangsmittel betroffen zu werden.

Diese Argumentation ist meiner Meinung nach in zweierlei Hinsicht falsch. Wenn Herr Lopeki in vorgehenden Antworten schreibt

Es reicht mir nicht, wenn darauf verwiesen wird, solche Versammlungen dann selbstverständlich sofort zu beenden – die kriminellen Chaoten wären schließlich noch immer vor Ort.

kann er hier nicht selbiges einfordern und meinen, wenn alle vernünftigen eine gestörte Demo verlassen, dann sei alles gut. Die Störer wären auch in diesem Fall noch vorhanden. Auch wäre es Aufgabe der Polizei gewesen, Störer nicht in eine Demonstration hineinzutreiben, wie es in der Arndstraße, Ecke Karl-Liebknecht-Straße geschehen ist (siehe Pressemitteilung der Aktion „Leipzig nimmt Platz“), sondern die legale Demo vor eben solchen zu schützen. Dazu war die vor Ort anwesende Polizei aber zu keinem Zeitpunkt in der Lage und/oder gewillt. Außerdem bleibt anzumerken, das sämtliche Gewalttätigkeiten außerhalb der Orte stattfanden, an denen Demonstrationen angemeldet waren. Für die Demo Arndstraße kann ich versichern, das zu keinem Zeitpunkt Flaschen, Steine oder irgendetwas anderes gewurfen oder Pyrotechnik benutzt wurde.

Auch weise ich die pauschale Unterstellung, man würde mit seiner Anwesenheit die Gewalttaten legitimieren und billigen aufs schärfste zurück.

Selbst wenn man am Sonnabend die Demo hätte verlassen wollen, so ging dies rein faktisch nicht. In Richtung Bernhard-Göring-Straße gab es eine Polizeikette, aus deren Reihe ohne Anlass und Vorankündigung eine Reizgaspatrone in die Demo geschossen wurde (siehe YouTube-Video der MoPo24). In Richtung Karl-Liebknecht-Straße war ebenso kein Durchkommen, da auch dort Reizgas verschossen wurde. Ein seitliches Ausweichen war ebenso nicht möglich, teils baulich bedingt, teils weil auch Garagenhofzugänge von der Polizei abgeriegelt wurden. Wo und wie hätte man also, wie Herr Loepki es empfiehlt, die Demo verlassen sollen? Weiterhin verlöre man bei Verlassen des Demonstrationsortes seine gesetzlich damit verbrieften Rechte als Demonstrationsteilnehmer.

Auch der Rat, die gesamte friedlichen Demonstration zu verlagern

Und wenn sich der friedliche Gegenprotest insgesamt verlagert, verlässt ihn auch niemand, sondern wandert mit ihm an einen anderen Ort.

kann nicht ernst gemeint sein, in Anbetracht dessen, das die Polizei schon eine korrekt angemeldete Demo nur widerwillig zuließ. Wie hätte die Polizei dann reagiert, wenn sich eine ganze Demo unvermittelt wo auch immer hin wegbewegt? Ich wage mir nicht auszumalen, was dann noch passiert wäre.

Update 19:05: Tippfehler korrigiert, Satz ergänzt

#le1212

Am gestrigen Sonnabend, den 12.12. fand eine Demo, angemeldet durch die OfD (Offensive für Deutschland, einer rechtsaußen-Abspaltung der Legida), der Patrei Die Rechte und der Thügida statt. Eigentlich planten die Anmelder drei Demos im Stadtteil Connewitz, die sich in einer Abschlusskundgebung zusammenfinden sollten. Dies ließ die Stadt Leipzig jedoch nicht zu und beauflagte eine gemeinsame Demo in der Südvorstadt. Gründe waren unter anderem angekündigte Aktionen von Hooligan-Gruppen wie „Connewitz in Schutt und Asche legen“ oder „Leipzig sieht nach dem 12.12. nicht mehr aus wie vorher“. Leider sollte sich dies bewahrheiten, wenn auch anders als von den Rechten angedacht.

Der Demotag begann eigentlich recht friedlich, ich wollte mich einer durch die Aktion Leipzig nimmt Platz angemeldeten Demo an der Arndtstraße, Ecke Bernhard-Göring-Straße anschließen. Zuerst wollte die vor Ort schon anwesende Polizei die Demo nicht zulassen, wohl in der Unkenntnis des eigenen Standortes. Dies klärte sich jedoch recht schnell mit Verweis auf den Stadtplan bzw. ein Straßenschild auf. Sodann begann die Demo mit der üblichen Verlesung der Auflagen. Der Zulauf zur Demo war recht gut und eine erste Rede wurde gehalten. Irgendetwas war jedoch komisch. Die Polizei war merklich nervöser als kurz zuvor und verstärkte die Sperrkette, die den „Zugang“ zum Ort der rechten Abschlusskundgebung verhinderte.

Vielleicht zehn bis zwanzig Minuten gingen mit Musik ins Land, als unvermittelt zahlreiche Böllerschläge in nicht all zu weiter Entfernung zu hören waren. An der unweit querenden Karl-Liebknecht-Straße konnte man Menschenmassen von einer Seite zur anderen rennen sehen. Auch ein Großteil der Demoteilnehmer strömte jetzt Richtung Karli. Ich blieb mit einigen wenigen am Demoort. Kurze Zeit später zogen Schwaden von Reizgas in unsere Richtung, da dummerweise der Wind richtig stand. Man konnte sich nur ausmalen, was jetzt dort abgehen musste und warum. Twitter war zu diesem Zeitpunkt stumm und so konnte man nur warten und rätseln.

Als nach einiger Zeit eine Reihe von Demoteilnehmern zurückkamen, tauchten hinter der Polizeikette auf einmal ein paar provozierende Nazis auf. Anstatt das die Polizei die Störer wegbegleitete, und auf die etwas aufgebracht reagierenden Demoteilnehmer deeskalierend einzuwirken, wurde die Polizei noch nervöser, filmte die Demoteilnehmer und verschoss irgendwann unvermittelt eine Reizgaspatrone in die friedliche, angemeldete und genehmigte Kundgebung. Das ganze ist glücklicherweise auf einem YouTube-Video dokumentiert. Keiner kann bestreiten, das die mit gutem Abstand mittlerweile ruhig stehenden Demoteilnehmer irgendwie auf die Polizisten hätten einwirken können oder wollen.

Zwischenzeitlich schien es auf der Karl-Liebknecht-Straße schon wieder rund zu gehen, so das man als normaler Teilnehmer weder in die eine noch die andere Richtung hätte ausweichen können. Von beiden Seiten waberte Reizgas und man konnte nur abwarten und sich (in den Augen der Polzei) so unauffällig wie möglich verhalten.

Das ganze als kleiner Abriss wie sich die Situation in meinen Augen dargestellt hat. Es gibt u.a. bei der L-IZ einen umfangreichen Tagesbericht mit zahlreichen Bildern, auf den ich hier gerne verweisen möchte.

Was ist nun das Ergebnis dessen, was in der Karl-Liebknecht-Straße und der Kurt-Eisner-Straße passierte? Das friedliche Engagement gegen Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Nationalismus ist ein weiteres mal diskreditiert worden und ich kann mir gut vorstellen, das bei zukünftigen Legida-Gegendemonstrationen nun noch weniger Menschen „aus dem ganz normalen Leben“ teilnehmen, wenn diese denn überhaupt noch in der bisherigen Form genehmigt werden. Auch wird sich die Polizei in ihrem Verhalten Demoteilnehmern gegenüber noch härter zeigen als bisher schon. Der 12.12. hat also all denen in die Hände gespielt, die genau so ein Szenario produzieren wollen. Allen voran der OfD, den Rechten und der AfD. Das bittere daran ist, das die Rechten ja mit „Connewitz in Schutt und Asche legen“ zu mobilisieren versuchten. Das wurde ihnen abgenommen, und sie mussten sich dabei nicht einmal selbst die Hände dreckig machen.

Ich überlege schon seit gestern die ganze Zeit, warum das ganze so passiert ist und welches Ziel die Randalierer verfolgt haben. Inwiefern grölen jetzt weniger Nazis ihre dumpfen Parolen, brennen jetzt weniger Flüchtlingsunterkünfte oder ist irgendeinem zu uns kommenden Flüchtling jetzt mehr geholfen? Was helfen zerstörte Werbeaufsteller, Außenanlagen von Kneipen und Straßenbahnhaltestellen bei der Flüchtlingshilfe oder der Arbeit gegen Rechts? Genau das Gegenteil wird passieren. Alle die, die sich auf vielfältigen Wegen für Geflüchtete einsetzen, werden von Teilen der (Stadt-)Bevölkerung automatisch mit den Vorfällen vom 12.12. assoziiert. Viele werden sich von ihrer Hilfe und den notwendigen Gegendemonstrationen zurückziehen.

Ich selbst werde weiter an friedlichen Gegendemonstrationen teilnehmen, mich aber noch mehr von Störern und Provokateuren fernhalten, auch durch das bewusste Tragen von bunter Kleidung. Vielleicht wäre das eine Idee, sich auch so „vom schwarzen Block“ optisch zu distanzieren.

Ich bin noch da

Lange habe ich hier nix mehr geschrieben und auch im debianforum.de war ich lange Zeit und wenn überhaupt dann nur im Hintergrund aktiv. Zur Zeit oder eigentlich schon seit Anfang des Jahres passieren einfach so viele andere Dinge, bei denen ich versuche mich zu engagieren oder aber die mich in Anspruch nehmen, so das ich für eigentlich auch wichtige Dinge kaum noch Zeit oder manchmal auch Energie habe.

Seitdem in Dresden die Pegida und in meiner Heimatstadt Leipzig die sogenannte Legida zwar mit stagnierenden Zahlen Hass, Fremdenfeindlichkeit, Islamophobie und plumpe Deutsch-Tümelei auf die Straßen bringt, kann und will ich nicht länger passiv sein, und bin daher auf jeder Gegendemo gewesen und habe dies auch weiter vor.

Parallel dazu entwickelte sich eine zunehmend angespitzte Situation, was die Unterbringung und Versorgung der bei uns in Deutschland asylsuchenden Flüchtlinge anbelangt. Wenn Leute tausende Kilometer flüchten und dann in Zelten oder abbruchreifen Turnhallen untergebracht werden, da muss man dann einfach nur noch helfen wo und wie man kann. Die Anschläge, versuchten Anschläge und die mit Hass und Verachtung erfüllten „Demonstrationen“ vor Flüchtlingsunterkünften, vorallem in sächsischen Städten wie Heidenau, Freital, Dresden oder Meißen haben zumindest meine Bestrebungen zu helfen und ein klein wenig vom Bild des „dunklen Deutschland“ abzutragen, eher befördert als gehindert.

Dies wollte ich nur kurz niederschreiben, ich bin also noch da, komme hoffentlich alsbald wieder und wenn ihr wollt, dann lest meine Twitter-Timeline, denn da bin ich, wenn ich im Netz aktiv bin, zur Zeit am meisten.

LPIC-2 Zertifizierung

Gestern hatte ich erfreuliche Post im Briefkasten. Und zwar kam, was ich ja eigentlich schon per eMail wusste, mein LPIC-2-Zertifikat an. Ich hatte fast schon wie jedes Jahr, auf den diesjährigen Chemnitzer Linux-Tagen meine noch fällige LPI 202-Prüfung absolviert. Kurze Zeit darauf kam die Mail mit dem Ergebnis und dem Hinweis auf die erfolgreiche LPIC-2-Zertifizierung.

Neben dem papiernem Zertifikat war auch diesmal eine scheckkartengroße ID-Karte im Umschlag. Zu der blauen Einser-Karte gesellt sich jetzt auch noch eine grüne Zweier-Karte. 🙂

LPIC-2

Für die nächsten CLT peile ich eine der LPI 3xx-Prüfungen an, ich weiß allerdings noch nicht welche, vorallem da diese Prüfungen analog zu den 201/202-Prüfungen aktuell überarbeitet werden. Glücklicherweise benötigt man für die LPIC-3-Zertifizierung nur eine bestandene Prüfung.

2013 – ein kleiner Blick zurück

2013 ist schon in weniger als hundert Stunden Geschichte, da möchte ich die Gelegenheit nutzen, ein wenig zurückzuschauen auf ein für mich sehr ereignisreiches Jahr. Vieles ist passiert und es fing mit einem beruflichen Wechsel an.

Ich hatte gegen Ende des letzten Jahres die Möglichkeit oder besser gesagt Chance nach fast fünfzehn Jahren in meinem noch ersten Job einen Cut zu machen, und in einem anderen Unternehmen neu anzufangen. Nach dem „aburlauben“ über fast den ganzen Januar habe ich im Februar meinen neuen Job angetreten. Ich hatte und habe die einmalige Chance vieles von Grund auf neu auf- und umzubauen und eigene Akzente zu setzen. Ich bin meinen IT-Interessen treu geblieben und sogar die Branche ist die gleiche. Wir sind in der Verwaltung ein kleines feines Team von derzeit sieben Leuten, in das ich mit offenen Armen aufgenommen wurde. Ich fühle mich wohl und das Arbeiten macht Spaß.

Im März 2013 war ich as usual bei den Chemnitzer Linux-Tagen, und konnte meine LPIC-Prüfung 201 erfolgreich ablegen, die 202 und damit die abgeschlossene LPIC-2-Zertifizierung folgt (hoffentlich) im März 2014, wenn ich wieder in Chemnitz zu Gast bin. Für den Stand und auch die Prüfung bin ich jedenfalls schon angemeldet.

2013 war auch wieder leider das Jahr einer „Jahrhundert“-Flut, und wie schon 2002 konnte und wollte ich im Juni 2013 nicht nur rumsitzen und zuschauen. Anders als vor elf Jahren konnte man sich ja ausführlichst auf allen möglichen sozialen Medien, Streams und Internetseiten über das Geschehen informieren. Selbst betroffen war ich insoweit, als das mein Wohngebiet zu einem Überflutungsgefährdeten Gebiet in Leipzig zählt, und der Elsterflutgraben nur knapp 200m von meinem Zuhause entfernt ist. Wenn man dann sowas sieht, dann macht man sich schon Sorgen, obwohl die im Nachhinein zum Glück unbegründet waren. Nachdem ich über die Arbeitswoche alles über Twitter & Co. und den lobenswerten MDR info-Livestream mitverfolgt hatte, bin ich irgendwie auf die Aktion Leipzig Hilft gekommen, der ich mich anschloss und bei Torgau und in Meißen mit anpackte. Ich werde die Bilder denke ich eine ganze Weile lang nicht vergessen, und kann nur hoffen, das die nächste Jahrhundertflut mit elf Jahren nicht wieder überpünktlich ist.

Relativ kurz nach meinem Einsatz in Meißen war wieder ein positiver Höhepunkt. Mein erstes Depeche Mode-Konzert. Ich höre und mag DM schon Aeonen, aber habe es nie geschafft, ein Konzert zu besuchen. Bei der 2001er-Tour durfte ich zum Bund und die 2009er Tour hatte ich auf Grund einer Dienstreise leider sausen lassen (müssen). Noch Tage nach dem Konzert hatte ich die Musik in den Ohren und das Konzert vor Augen. Einfach toll.

Wieder nur ein paar Tage später kam der absolute Tiefpunkt des Jahres. Ich brach mir beim Radfahren und dem darauffolgenden Sturz (blöde Regenauswaschung, die ich im Schatten nicht sah) den linken Arm an, und hatte deshalb fast sechs Wochen den ganzen Arm im Gips. So ein Gips ist bei 30 Grad oder im Regen wirklich toll und nur zu empfehlen. (:-( – bin ja selbst schuld) Die Reha in Form einer Physiotherapie, die darauf folgte, beschäftigte mich noch bis in den September rein und auch heute noch spüre ich ab und an ein fieses knacksen bzw. springen der Bänder, wenn ich eine blöde und unachtsame Armbewegung mache.

Politisch war 2013 auch ereignisreich. Angefangen beim SPD-Mitgliederentscheid zum Neuverschuldungsverbot („Schuldenbremse“) in Sachsen über die Bundestagswahl, bei der ich mich helfend engagierte, bis hin zum Mitgliedervotum zur Annahme des Koalitionsvertrages zwischen CDU/CSU und der SPD. Besonders die Nachwahl-Phase fand ich aufregend, da denke ich noch nie so viel und intensiv, aber immer zielorientiert, diskutiert wurde.

Am 20. Dezember hatte debianforum.de zwölften „Geburtstag“ und geht in das nunmehr dreizehnte Jahr. 2001, als ich die Seite eher aus Zeitvertreib aufbaute, hätte ich mir nie träumen lassen, über ein Jahrzehnt noch damit beschäftigt zu sein. Das Jahr war für das Forum eher positiv besetzt, obwohl wir mit dem Weggang einiger Nutzer und Moderatoren Verluste zu verzeichnen hatten. Die Aufnahme neuer Nutzer in die Reihe der Moderatoren war etwas, was auch nach der Meinung der Nutzer, dem Forum guttat.

Alles in allem war 2013 für mich ein positives Jahr und ich kann nur hoffen, das 2014 auch so sein wird. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein gesundes neues Jahr und einen guten Rutsch.

neuer Anstrich

Ich habe die freie Zeit während der Feiertage genutzt, und meinem Blog nach langer Zeit mal wieder einen frischen Anstrich verpasst. Ich hoffe es gefällt. Ich übersetze gerade noch das Theme; welch ein Glück das es da wie für fast alles ein passendes Plugin gibt.

Kandidaten-Check

Martin hat einen Kandidaten-Check zur Bundestagswahl 2013 aufgetan und durchgespielt. Hier mein Ergebnis dazu, was durchaus mit meinen Wahl-O-Mat-Ergebnissen korrespondiert:

  • Monika Lazar (Grüne): 20 Übereinstimmungen bei 24 Thesen
  • Mike Nagler (Die Linke) in der Übersicht: 20 Übereinstimmungen bei 24 Thesen
  • Wolfgang Tiefensee (SPD): 20 Übereinstimmungen bei 24 Thesen
  • Sebastian Czich (Piraten): 17 Übereinstimmungen bei 24 Thesen
  • Dr. Thomas Feist (CDU): 8 Übereinstimmungen bei 24 Thesen
  • Holger Krahmer (FDP): 7 Übereinstimmungen bei 24 Thesen

Die Kandidaten von DIE PARTEI, BüSo und NPD haben sich beim Kandidaten-Check nicht beteiligt.

Wie schaut es bei euch aus?

#LeipzigHilft

Das Thema der letzten Tage und Wochen ist ja leider die Hochwasser-Situation in vielen Teilen Deutschlands. Vielerorts bildeten sich ausgelöst durch die Flut quasi über Nacht Aktionsgruppen und Teams, vorallem über Soziale Netzwerke, die mit ihren Mitteln versuchen der Situation Herr zu werden und zu helfen, wo und wie es geht. Eine Aktion, von der ich über die L-IZ erfuhr, ist LeipzigHilft. Da ich unbedingt helfen wollte und man als einzelstehender aber relativ wenig ausrichten kann, beschloss ich am Freitag letzer Woche, kurzerhand mitzumachen.

Zusammen mit vielleicht 50 bis 70 anderen sind wir am Wochenende von Leipzig aus im Fahrzeugkorso „ausgerückt“. Wir fuhren ordnungsgemäß mit blauen Fähnchen beflaggt und mit Polizeischutz los nach Dautzschen, was nördlich von Torgau, im Kreis Nordsachsen liegt. Durch Torgau fließt die Elbe, und ihr könnt euch denken, worum es ging. Kaum angekommen, wurden wir schon von den vor Ort tätigen Freiwilligen Feuerwehren Prettin und Axien empfangen, und an den Ort des Geschehens geführt. Aufgabe des Tages war es, einen Damm von mehreren hundert Metern Länge mit Sandsäcken zu verstärken und abzusichern. Beliefert wurden wir mit allem was fahren und Lasten tragen konnte, sei es ein Baustellen-LKW, Trecker, Bw-KAT oder ein vergleichsweise kleines Multicar.

Ich glaube ich lasse mal Bilder sprechen:

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Gegen Feierabend und nach gefühlten zehn Millionen Sandsäcken wurden wir von Bw-Truppen abgelöst, die den Damm weiter verstärkten. Glücklich, etwas bewegt zu haben, aber auch erschöpft und müde fuhren wir dann zurück nach Leipzig, wo wir gegen 20h eintrafen. Viele von uns sagten gleich zu, am nachfolgenden Sonntag erneut bereit zu sein, wo auch immer es hingehen möge. Ich entschied mich spontan auch dafür, denn wenn man schon mal so ein tolles Team hat, dann soll man auch dabei bleiben.

Sonntag so ab neun Uhr, nachdem wir alle hoffentlich gut ausgeschlafen hatten, trafen wir uns wieder am üblichen Ort, am Chausseehaus Leipzig. Die Orga klärte noch bis zur letzten Minute das Ziel ab und entschieden wurde für die Stadt Meißen (Stichwort Porzellan) , die es wie wir später selbst sehen würden, schwer getroffen hatte. Langsam füllte sich der Parkplatz und ich meine deutlich mehr Leute als am Vortag gezählt zu haben.

Nach kurzer organisatorischer Einweisung ging es wie Tags zuvor mit Polizeibegleitung auf die A14 Richtung Dresden. Kolonne fahren in der Stadt ist schon nicht ohne, da man gut aufpassen muss den Anschluß nicht zu verlieren und das sich niemand zwischen reindrängelt. Auf der Autobahn mit Tempo 100 ist das noch ne Ecke anders, vorallem da man den Abstand zwischen den Autos nicht zu groß lassen sollte. Mein ganz großer Dank geht an unsere beiden Motorradbegleiter, die für uns die Auffahrten freihielten, denn Ausweichen für einen Auffahrenden geht in der Kolonne nicht wirklich. Es macht auf jeden Fall Spaß, mal sowas zu erleben.

In Meißen angekommen, halfen wir zuerst eine von Sand und Geröll verschlammte Kreuzung freizuräumen, bevor wir uns dann in kleine Grüppchen aufteilten und an verschiedenen Orten halfen. Mich verschlug es mit ein paar anderen in die Altstadt, wo wir z.B. zusammen mit Helfern der Pfadfinder versaute und klitschnasse Bodenbeläge aus den Läden und Geschäften rausrissen. Die Verlegefirmen haben jedenfalls seinerzeit gute Arbeit geleistet, denn die Auslegware hielt verdammt gut und waren teilweise nur mit roher Gewalt vom Estrich zu trennen. Wir hätten gleich zu Anfang auf den Trick kommen sollen, uns Grifflöcher in den Belag reinzuschneiden. Man lernt halt nie aus. 😉

Insgesamt haben wir über den Tag verteilt fünf bis sechs Läden ausgeräumt, denn so gut wie alles war durch das Wasser zerstört und unbrauchbar.

Was insgesamt an Helfern und Hilfsorganisationen in Meißen tätig war, ist schon erstaunlich. Bundeswehr, THW, unzählige Freiwillige, die Pfadfinder, die Heilsarmee, die mit Pendelbussen alle Helfer kontinuierlich mit Essen und Trinken versorgte und viele viele mehr. Es ist gut zu sehen, das die Menschen so zusammenarbeiten können, wenn sie nur wollen. Schade, das es da immer erst Katastrophen als Auslöser braucht.

Schön und guttuend fand ich die Dankbarkeit, die uns entgegengebracht wurde. Sei es der direkte Dank einer Ladenbesitzerin, der wir mit unserem Tun ein klein Wenig Mut und Zuversicht geben konnten, oder aber die winkenden Leute am Straßenrand, die uns sowohl in Torgau als auch in Meißen grüßten.

Jetzt aber wieder ein paar Bilder vom Tag:

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Ich habe hier bewusst auf Fotos aus der Innenstadt weitesgehend verzichtet, da ich nichts von Katastrophensightseeing halte. Was ich auch in Meißen erlebt habe, ist das es Spaziergänger in „Sonntagsuniform“ gab, die einfach nur zum Gaffen durch die Innenstadt schlenderten und dann durch die Polizei und andere Kräfte zum weitergehen überredet werden mussten. Sowas ist einfach nur übel.

Weitere Bilder gibt es sicher in Bälde auch bei LeipzigHilft.

Ich möchte mich hiermit bei allen Mithelfern, der Orga von LeipzigHilft, dem Verpflegungsteam und allen, die zum Gelingen der Aktion beigetragen haben, herzlich bedanken. Dieses Wochenende war eine sicher noch lange nachwirkende Erfahrung für mich.

Nachtrag: Unsere Aktion hat einiges Presseecho erzeugt, was ich hier gerne verlinken möchte:

  • Leipziger Internet-Zeitung: Flutkatastrophe: Heilsarmee Leipzig zieht Zwischenbilanz
  • Leipziger Internet-Zeitung: Reinigungs- und Aufräumeinsatz von ca. 60 Leipziger Helfern in Meißen
  • Leipzig-Fernsehen: Videointerview mit einem der Aktionsgründer
  • Leipziger Internet-Zeitung: Leipzig hilft (1) – Keine Helden sondern Menschen: Wie "Leipzig hilft" entsteht